Viele wollten zur Wissenswerkstatt

Erster Kurs beginnt im Oktober –Daniel Thiel Geschäftsführer

 

Mit Daniel Thiel hat die Wissenswerkstatt ihren Geschäftsführer gefunden. Thiel ist derzeit stellvertretender Leiter der Fahrzeugakademie in Schweinfurt, bei der er die letzten 15 Jahre tätig war. Der 45-Jährige wird seine Stelle offiziell zum 1. Juli antreten, ist aber schon jetzt „stark involviert“, erklärt der ehrenamtliche Vorsitzende Martin Drescher, einst ZF. Die ersten Kurse in der Wissenswerkstatt beginnen im Oktober, der Umbau im Friedrich-Rückert-Bau soll im August beendet sein.

Die Resonanz auf die Ausschreibung der Leiterstelle nannte Drescher mit über 70 qualifizierten Bewerbungen erfreulich hoch. Nach einem Auswahlverfahren blieb zunächst ein Quintett übrig, nach einer weiteren Runde ein Duo. Nach einer Präsentation vor dem Vorstand entschied man sich für Thiel. Er kümmert sich schon jetzt im Zusammenspiel mit dem Vorsitzenden nebenberuflich um Planung, Ausgestaltung, Konzeptentwicklung und die Kontakte zu Schulen.

Thiel ist verheiratet, dreifacher Familienvater und wohnhaft in Sulzheim. Ihm zur Seite gestellt wird ein Werkstattleiter. Die Stelle ist im Februar ausgeschrieben worden, Drescher hofft, dass schon im März der künftige Werkstattleiter seinen Vertrag unterzeichnet.

Die Sanierung des Untergeschosses erfolgt durch die Stadt und ist weit fortgeschritten. Zur Verfügung stehen rund 500 Quadratmeter. Es wird dort Räume für Mechanik, Physik und Elektrotechnik geben. Das Gros der Einrichtungsgegenstände, Werkzeuge und Maschinen ist – wie berichtet – bereits vorhanden. Die IHK hatte ihre Ausbildungswerkstatt in Würzburg aufgelöst und das derzeit bei FAG-Schaeffler eingelagerte Inventar als Spende zur Verfügung gestellt.

Die Stadt stellt die Räume künftig zu einem „fairen Mietzins“ zur Verfügung. Die laufenden Kosten sind langfristig durch Spendenzusagen der weiteren Gründungsmitglieder Schaeffler, SKF, Fresenius und ZF gesichert, nach deren Vorbild am ZF-Standort Friedrichshafen auch die Wissenswerkstatt Schweinfurt läuft.

Unter dem Motto „Wissen trifft Praxis“ sollen in der Wissenswerkstatt Schüler für Technikthemen begeistert und so der nötige Nachwuchs für technische Berufe herangezogen werden. Die Jugendlichen können mit der Schulklasse kommen, eines der Werkstatt- und Projektangebote wahrnehmen oder nachmittags auf eigene Faust an einem Thema arbeiten. Beantwortet werden Fragen wie „Warum fliegt ein Flugzeug?“ oder „Wie kommt der Strom aus der Steckdose?“

An dem geplanten Kursprogramm sollen pro Jahr rund 2500 Jungs wie Mädchen teilnehmen. Die Kurse werden laut Drescher auf Altersstufe, Wissensstand und Interesse zugeschnitten. Von minimalen Materialbeiträgen abgesehen wird die Teilnahme kostenlos sein. Drescher hofft, dass sich Ingenieure und Techniker, auch solche im Ruhestand, als Ehrenamtliche melden und „ihre Erfahrung weitergeben“.

Übrigens: Neben Friedrichshafen und Passau ist Schweinfurt der dritte ZF-Standort mit einer Wissenswerkstatt. Geplant sind solche auch für die Standorte Schwäbisch-Gmünd, Saarbrücken und Dielingen (bei Oldenburg). Demnächst findet dazu ein Treffen mit Vorständen der schon existenten Trägervereine und Vertretern der künftigen Vereine statt, informierte Drescher.

Quelle:

Mainpost Artikel